Sonntag, 31. Mai 2009

"Hochglanzfamilien im Vorführmodus"

Kennt ihr "Cookies"? Nicht auf dem Computer anzutreffen, sondern an Vernissagen, in hippen Restaurants und Szene-Badis: "Cool-mit-Kind". Das sind die, die trotz Kindern nichts an ihrem Lebensstil geändert haben und da weitermachen, wo sie aufgehört haben, als die Fruchtblase platzte...

Sonntagszeitung.ch: Ob auf Vernissagen oder in der Bar: Sie sind überall - und leider überall mit ihren Kindern, die Cookies, die Generation «Cool-mit-Kind»


Von Martina Bortolani

Und dann entdeckt die kleine Paula den dünnen Silkfaden, an dem eine «Pierre & Gilles»-Fotografie hängt. Paulas Mutter schnappt sich ein Glas Champagner von einem vorbeiziehenden Tablett und redet mit einer Bekannten, während ihr kleiner Sohn ungeduldig an ihrem Arm zerrt. Die schwüle Vernissagenluft in der Zürcher Galerie legt sich über das aufgekratzte Kunstpublikum. Dann zieht Paula kräftig, und das Bild fällt hinunter. Sofort stöckelt die Mutter auf ihren Stilettos heran, bückt sich, hebt das Bild auf und entschuldigt sich überschwenglich bei der Galeristin.

Willkommen im falschen Film! Am Drehort des Schreckens mit immer wieder gleicher Besetzung: Gestylte Eltern und ihre gestylten Kinder - in unpassenden Umgebungen.

Kinderfreie Zonen sind für Cookies ein Fremdwort

In Ausstellungsräumen für moderne Kunst, in Bars mit lauter Musik, an dicht gedrängten Ladeneröffnungen. Hochglanzfamilien im Vorführmodus. Ein neuer Typus Eltern hat sich in den letzten Jahren besonders in den Städten etabliert. Die Generation «Cool mit Kind», die Cookies.

Junge, genussorientierte und gut verdienende Eltern, die ihr Familienidyll als Gesamtkunstwerk durchkomponieren. Die ihren hedonistischen Lebensstil unkorrigiert trotz Kindern weiterführen: Kunst, Kultur, Konsum!

Cookies sind überall und überall mit ihrem Nachwuchs. Kinderfreie Zonen sind ihnen ein Fremdwort. Sie kommen mit Babys ins Openairkino, mit der Kleinkinderschar an das Preopening der Art. Man trifft sie im Rudel mit gleichgesinnten Familien im Restaurant am Samstagabend ebenso wie nachmittags in der Basler Buvette am Rheinufer. Hier, wo Hunderte von Szenesardinen dicht an dicht auf ihren Retro-Frotteetüchern liegen, sitzen, Kaffee trinken und Zeitungen lesen.

Und es den Kindern natürlich zu eng ist da und sie lieber im Plantschbecken in der unprätentiösen Familienbadi sein würden. Die anderen Sonnenanbeter, die gerne in Ruhe lesen würden, finden all die herumtobenden Finns und Tims mit Surferbadehose und schulterlangem Haar nicht mehr entzückend, sondern nur noch nervig. Genauso wie die Selbstverständlichkeit, mit der die Cookies ihre Bühnen für den adäquaten Auftritt bespielen und grenzenlose Toleranz von ihrem Umfeld fordern - Hauptsache gut aussehen dabei.

Das gilt auch für ihre Reproduktionen mit Engelsgesicht und dem gleichen Pagenschnitt wie die Mama. Cookies reden von «Stilmix» im Kinderzimmer, kaufen Ratgeber wie «Keine Angst vor Hochbegabung», bringen ihre Kleinen zum Kinderyoga, besticken Textilien mit Kindervornamen und lesen ab sofort: Das Magazin «Nido». Das Neon für Eltern.

Eine neue, wunderschön gestaltete Familienpostille, die nicht umsonst als erfolgversprechende deutsche Neulancierung gehandelt wird. Die erste Ausgabe von «Nido» (Claim: «Wir sind eine Familie!») zeigt auf jeden Fall, dass es im Moment nicht viel, aber in diesem Segment vermutlich am meisten zu holen gibt. Denn eines ändert sich auch in der Krise nicht: Konsum ist ein menschliches Bedürfnis. In Pleitezeiten halten die Konsumentinnen ihre persönlichen Ausgaben klein, bei Investitionen in die Kinder bleibt das schlechte Gewissen vom überzogenen Konto immerhin kleiner. Schliesslich ist das dort ja auch «gut investiert». 25 Anzeigenseiten begleiten die Erstausgabe von «Nido», die mit rund einer Viertelmillion Exemplaren startet und in der Schweiz 7.90 Franken kostet.

Das Ziel des neuen Magazins ist klar: Die veränderten Lebensumstände bei einer Familiengründung brauchen eine zeitgemässe Protokollführung. Im Unterschied dazu sehen andere Familienmagazine aus wie Krankenkassenbroschüren. «Nido» ist so chic wie eine Altbauwohnung mit Flügeltüren.

«Eltern werden muss ja nicht bedeuten, dass wir unseren ursprünglichen Humor, unser Interesse an Mode, Popkultur und Gesellschaftspolitik, Karriere und geschmackvollem Wohnen gänzlich aufgeben», so Timm Klotzek, der «Nido»-Chefredaktor in einem Interview zur Lancierung, «wir sehen die Dinge jetzt eben aus einer anderen Perspektive.» Das bringt die Haltung der Cookies auf den Punkt - vor den Kindern ist nach den Kindern.

Im Unterschied zu früher werden die Kinder nicht nur zur Projektionsfläche für die eigenen Wünsche, sondern die Eltern stülpen ihnen auch noch die Bedürfnisse der Erwachsenen und ihr eigenes Stilempfinden über.

Oder welcher Zweijährige zieht das vertraute Zuhause einer anstrengenden Reise um die Welt nicht vor? Welches Schulmädchen interessieren schon die Lumas-Kunstwerke an ihrer Kinderzimmerwand, wenn es doch viel lieber Ponyposter aufhängen würde?

Schaut, schaut, wir müssen auf gar nichts verzichten

Und die erschöpften Kleinkinder, die man immer wieder mit ihren Eltern an Elternveranstaltungen trifft, tun einem oft einfach nur leid. Die Botschaft der Cookies scheint zu lauten: «Schaut uns an, wir müssen trotz Kindern auf nichts verzichten.» Doch das ist falsch. Natürlich verzichtet man auf vieles. Und das ist auch gut so. Vor allem, wenn die Kinder klein sind. Der Familienalltag im Vorschulalter ist nun mal nicht so durchgestylt, wie uns die Cookies das vormachen wollen.

Helle Kaschmirdecken auf Knoll-Sofas haben eine durchschnittliche Lebensdauer von etwa zwei Minuten. Die blütenweisse Jeans sieht zum Kinderwagenschieben noch gut aus, im Sandhaufen aber sind sie unpraktisch. Das Gleiche gilt für die eng geschnittenen Röhrenjeans von Baby-Gap, mit dem das Krabbelbaby zwar aussieht wie Robert Pattinson, aber dafür nicht vom Fleck kommt.

«Wir sind thematisch klar El-
tern- und nicht Kinder-orientiert», sagt auch Timm Klotzek von «Nido». «Lebensgefühl-Journalismus» heisst das auf der Münchner Redaktion.

«Der Proteststurm wäre bestimmt gigantisch»

Alles in glänzende 162 Seiten verpackt, die einen extrem modischen Ton anschlagen: «Stilgemixte» Traum-Kinderzimmer, eine Reportage über die Adoption eines kolumbianischen Jungen, eine Reisereportage aus Neuseeland und eine Porträtreihe von Aupairs, die alle aussehen wie Miss Venezuela persönlich. Wie sexy es doch plötzlich sein kann, eine Familie zu sein!

Matteo, Galerist in Zürich, hat sich jetzt überlegt, seine Vernissagen als «kinderfreie Zone» einzurichten. «Der Proteststurm wäre bestimmt gigantisch», schmunzelt er, kurz bevor die Kunstsaison losgeht. Doch er kennt viele, die es stört, wenn Dreijährige mit den Like-a-Bikes in Galerien herumfahren. Dies öffentlich zu sagen, getraut sich hingegen niemand. Sich an Kindern zu stören, gehört zum letzten grossen Tabu in der Gesellschaft. Dabei sind es gar nie die Kinder, die nerven, sondern die Eltern, die sie nicht einfach zu Hause lassen.

Übrigens, die Autorin hat zwei Kinder, fünf- und dreijährig

Freitag, 29. Mai 2009

Von Männern und Memmen

In letzter Zeit häufen sich in meinem Umfeld „Klagen“ über Männer, Ehemänner und Väter. Wenn ich den diversen Aussagen Glauben schenken soll – und das tu ich – verweigern immer mehr Männer die Mithilfe im Haushalt und mit den Kindern. Was ist mit den Männern los?


Immer wieder lesen wir über Studien, die belegen wollen, dass Männer immer noch an alten Rollenverteilungen festhalten. Papa verdient das Geld, Mama kümmert sich um Kinder und Haushalt. Ehrlich gesagt, dachte ich immer, es müsse sich bei diesen Herren doch bestimmt um Männer der Generation meines Vaters halten. Damals war einfach klar, er macht Karriere, sie macht die Küche. Für meine Eltern stimmte dieses Rollenbild bis ins kleinste Detail. Meinem Vater wäre es nie in den Sinn gekommen, den Termin beim Kinderarzt zu organisieren, genausowenig wie meiner Mutter, das Auto zu waschen. In ihrer Rolle waren sie zufrieden, sie hatten das für sich so ausgehandelt. Das verhinderte jedoch keineswegs, dass mein Papa ab und zu ein Rührei brutzelte und die Waschmaschine laufen liess. Meine Mutter wäre dennoch interessanterweise nie auf die Idee gekommen, eine Glühbirne zu wechseln.

Trotzdem haben sie es geschafft, mir eine andere Vision der Partnerschaft zu vermitteln. Ich wurde dazu erzogen, meine Partner gleichberechtigt zu behandeln. Und behandelt werden zu wollen. Vielleicht habe ich auch deshalb nie das Bedürfnis gehabt, kochen zu können oder gar nähen und bügeln. Ich wusste immer, dass der Mann, der mit mit sein Leben teilen will, das selber auch ein bisschen können muss, so dass man sich die Aufgaben teilen kann.

Ich habe diesen einen gefunden. Die meisten Frauen meiner Generation jedoch offensichtlich nicht. Gemäss Bundesamt für Statistik sind für 71,4% der täglich anfallenden Arbeiten immer noch die Frauen verantwortlich. Männer übernehmen gerade mal 3,4%(!) des Haushaltes. Gemeinsam in Angriff genommen werden 22,1%. Das sind dann wohl die Fälle, bei denen Mama sagt, Papa soll doch bitte endlich den Müll rausbringen und das Altpapier bündeln.

Wie gesagt, sehe ich in meinem engen Umfeld diese Statistik als bewahrheitet. 4 klassische Fälle:

Die Memme
Der Zügeltermin steht bevor, der Inhalt des Kellers muss zum grössten Teil entsorgt werden. SIE packt schon die ganze Woche den gesamten Kram in Kisten, stillt und wickelt ihren Neugeborenen zwischendurch und entsorgt auch den meisten Müll. Was soviel heisst wie einmal täglich Auto füllen, in die Kehrichtsverbrennungsanlage rasen, Auto leeren, nach Hause und weitermachen. Am Wochenende meint ER, sie solle doch bitte mitkommen, um das letzte kleine Gestell zu entsorgen. Wieso kann SIE es alleine, er braucht aber ihre Hilfe?

Der Faule
Das Haus muss neu gestrichen werden. Das Cheminéeholz, das an der Hauswand steht, muss weggeräumt werden. Wer hat’s erledigt? SIE natürlich! Und er merkt’s nicht einmal!
Der Untaugliche
SIE verbringt den Abend ausser Haus. Hat aber vorher natürlich noch für Mann und Kinder gekocht. Als sie nach Hause kommt, ist die Küche ein Chaos, sie wird sie am nächsten Tag wie immer alleine aufräumen. Hat ER sich vielleicht die Arme gebrochen oder liegt er im Koma? Nein, er schläft selig, schliesslich muss er morgen früh raus und „richtig“ arbeiten gehen.

Der Abwesende
Meiner Meinung nach der traurigste Fall. Der Sohn fällt in der Schule auf, weil er nicht stillsitzen kann (früher wäre das einfach der Klassenclown gewesen, heute ist er verhaltensauffällig, aber dazu ein andermal) und die Lehrerin suggeriert Ritalin. SIE will ihrem Sohn keine Medikamente geben, ER ist einverstanden. Hätte Sie sich jedoch dafür entschieden, wäre ER genauso einverstanden gewesen. Denn er übernimmt keine Verantwortung. Nie.

Es geht mir nicht darum, Männer allgemein zu diskreditieren. Jedes Paar soll seine Hausarbeit und die Kinder so handhaben, wie sie es für richtig halten. Diese Beispiele habe ich jedoch nicht erfunden, diese Frauen nervt das Verhalten ihrer Männer. Also stimmt es offensichtlich nicht für beide.

Wie gesagt, der Vater meiner Kinder denkt mit und packt zu, wo immer nötig. Darum geht es mir. Wieso müssen wir für erwachsene Männer mitdenken? Brauchen wir ein weiteres, grosses, Kind im Haus? Kann ich es ernst nehmen, wenn ich meinem Partner immer sagen muss, wenn er dem kleinen den Po putzen soll oder dass die dreckigen Socken in den Wäschekorb gehören?

Oder ist das vielleicht das Resultat übertriebener Emanzipation durch violettgekleidete Kampflesben, die den Männern die Lust, modern zu agieren, vollkommen genommen haben?

Unserer Generation hat die Emanzipation einiges gebracht, ohne Zweifel. Jedoch gehören wir Frauen heute offenbar zu den "Alleskönnerinnen". Wir schmeissen nicht nur den Haushalt, wir kümmern uns auch um die Kinder, das Auto, den Job und nicht zuletzt um unsere Männer. Es hat keine neue Rollenverteilung stattgefunden, vielmehr übernehmen viele Frauen heute beide Rollen! Und sind dabei erst noch unglücklich, siehe "Erfolgreich, aber unglücklich".

Eine letzte Frage: Würde sich euer Liebster hier wiedererkennen? Schickt ihm den Post, vielleicht hilft’s! Zumindest wird ihm der Clip (auf Bild klicken) gefallen, wetten?

Mittwoch, 27. Mai 2009

Wer hätte das gedacht?

Heute habe ich mein Rabenmutterkleid abgelegt. Und meinem Grossen einen Kindergeburtstag geboten, der sich gewaschen hat. Mit allem drum und dran.

Hätte mir jemand vor ein paar Jahren erklärt, ich würde bald mehrere Kuchen backen, die Wohnung dekorieren, Geschenke und Deko basteln und den Nachmittag mit fünf zuckergeschockten, johlenden und rumrennenden Jungs verbringen, hätte ich ihn ohne Zweifel für verrückt erklärt. Und müsste mich heute entschuldigen.

Die Party war ein Erfolg, mein Sohn schläft selig und mich kann man in der Pfeife rauchen. Aber es war - wieder erwarten - wunderbar. Lachende Kinder, die Süssigkeiten in sich hineinstopfen, haben in mir ein Glücksgefühl ausgelöst, dass ich nicht für möglich gehalten hätte. Wer hätte das gedacht? Ich bestimmt nicht.

Es ist manchmal halt auch einfach schön, KEINE Rabenmutter zu sein.

Dienstag, 26. Mai 2009

Die fieseste aller Fragen

Habe einen neuen Blog entdeckt, der euch auch interessieren dürfte: papablog.ch. Und da sich der letzte Artikel mit einem Thema beschäftigt, das mich zur Zeit mehr als nur betrifft, habe ich ihn kurzerhand für euch "copy/pasted":

Wenn ein Kind zur Welt kommt, überschlagen sich alle. Zunächst all jene, die schon im Spital sowohl dem neugeborenen Erdenbürger als auch - dies aber eher an zweiter Stelle - den frischgebackenen Eltern huldigen. Dann natürlich die Freunde, die noch zum engeren Kreis gehören. Dann all jene, die etwas weiter weg sind - dank Facebook wissen sie alle von der Geburt.

Und irgendwann - Meine Erfahrung nach zwei Geburten ist, dass diese Frist bei weniger als zwei Wochen liegt, kommt sie: Die fieseste aller Fragen.

Der Grosse hat nach zwei Wochen Brustverweigerung, ausgiebigem Übergeben und Koliken vom Feinsten, noch nie länger als eine Stunde am Stück geschlafen - mit ausgiebigen mehrstündigen Pausen dazwischen. Wir waren übernächtigt, vor Müdigkeit grau im Gesicht, da stellte uns eine Frau, einige Monate früher selber Mutter geworden, die fieseste aller Fragen: “Und, schläft es AUCH schon durch?”.

Nun, ich will ihr beileibe nicht Boshaftigkeit unterstellen - immerhin schlief ihr Baby schon seit der dritten Woche länger als sie selbst, wie hätte sie auch von unserem Leiden wissen sollen. Und ich habe mir fest vorgenommen, ihr wegen der Frage nicht zu zürnen. Nur: Meine Frau und mich hat die Frage beim ersten Mal frontal in die Magengrube getroffen. Als unser Grosser dann mit den Koliken zweieinhalb Monate alt geworden war, vermochte uns die Frage nicht mehr aus dem Gleichgewicht zu bringen. Irgendwie kamen wir über die Runde und was mir in der Rekrutenschule unmöglich schien, war plötzlich selbstverständlich: Mehrere Wochen mit weniger als fünf Stunden Schlaf pro Nacht. Aber damals, in jenem Moment hätte ich dieser ach so verwöhnten Mutter, das schreiende Bündel am liebsten in die Arme gedrückt und mich verabschiedet. Wohl nur für zwei Minuten oder so, denn das Kind wegzugeben wäre mir niemals in den Sinn gekommen. Aber damals kochte es in mir über.

Immerhin: Fast genau mit drei Monaten schlief er zum allerersten Mal die schiere Unendlichkeit von sage und schreibe sechs Stunden durch.

Um der Gerechtgkeit Genüge zu tun, muss ich noch anfügen, dass sich sein Schlafverhalten dann rasch ins Gegenteil verwandelte. Heute schläft er - wenn er nicht gerade zahnt, verdurstet oder sonst eine Krise schiebt - zwölf Stunden, vielleicht mit einer Unterbrechung und ewacht ausgeruht und gut gelaunt. Zum Glück. Denn mittlerweile ist da unser Mäuschen. Sechs Wochen alt und stets unzufrieden. Längste Schlafphase bisher: Vier Stunden. Aber wir sind zuversichtlich.

Sonntag, 24. Mai 2009

Habidürschi?

Und wieder einmal hat Miss Universum den Kopf so präzise auf den Nagel getroffen(oder umgekehrt?), dass ich euch diesen nicht vorenthalten mag. Wer kennt sie nicht, die verzweifelten Versuche einer nicht minder verzweifelten Mutter, das Chuderwälsch ihrer Kinder zu verstehen...

Zwei junge Frauen warten auf das Tram. Bei der einen klingelt das iPhone.
— Ou lueg, das ist bestimmt mein Gottimeitli, das anruft. So herzig! Drei. Und mega vif! Die erzählt so geile Sachen im Moment. Wart, ich mach auf Lautsprecher. Ja, hallo?
— Hallo?
— Ja hoi, Moana! Hab ichs doch gedacht,dass du das bist und nicht das Mami!— Hallo?
— Ghörsch mi, Moana?
— Jaaaaa, ich bin am Tefon.
— Ja, ich weiss, hoi!
— Ich hab keine Hose an!
— Ehrlich? Warum hast du keine Hose an?
— Weil ich Bisi gemacht hab.
— Aber du machst doch gar nicht mehr in die Hose, oder, Moana?
— Ich hab keine Hose an.
— Und was machst du sonst so?
— Hallo?
— Ghörsch mi, Moana? Was machsch?
— Tefonieren.
— Den ganzen Tag?
— Hose.
— Tust du den ganzen Tag telefonieren? Das wird aber teuer!
— Habidürschi gamanget fölli kippi!
— Was häsch?
— Habidürschi gamanget fölli kippi!
— Was?
— Habidürschi gamanget fölli kippi!
— Dürschi… was? Nomal, Moana!
— HABIDÜRSCHI GAMANGET FÖLLI KIPPIIIIIIIIII!!!
— Nicht so schreien, Moana! (Zur Freundin) Verstehst du das?
— (Freundin) Etwas gemalt für id Chrippä oder so?
— Häsch öppis gmalt für id Chrippä?
— NEIIIIIIII HABIDÜRSCHI GAMANGET!!! FÖLLI KIPPI!!!
— Schsch, nicht so laut, Moana.
— HABIDÜRSCHI GAMANGET FÖLLI KIPPI! MAAAAMIII!!!
— Aua! Schsch. Ja, hol mal das Mami. Ich versteh dich nicht, Moana. Red mal ganz deutlich, ganz langsam.
— Habidürschi-gamanget-fölli-kippi.
— (Zur Freundin) Scheisse, ich versteh kein einziges Wort! Null! Nix!
— (Freundin) Das ist so ein Fall, wo nur die Mütter verstehen, was das Kind sagen will, glaube ich.
— DÜÜÜÜÜÜÜÜRSCHIIIII!
— Pschschscht, Moana, das ist ganz laut im Telefon, weisst du? Ist das Mami da? Gibst mir das Mami bitte mal?
— DÜRSCHI GAMANGET!!!!
— Gisch mers Mami, Moana?
— (Im Hintergrund: Chumm, gib emal…Nei ini dürschi… Gib mers Telefon, Moana, wart gschnäll…) Hoi, Christina.
— Hoi! Läck. Ich versteh kein Wort! Was erzählt sie da?
Keine Ahnung, Mann.

Mittwoch, 20. Mai 2009

Buchtipp: Elterlicher Sexmarathon


Wer kennt ihn nicht, den Mangel an Erotik, sobald die Kinder im Hause sind? Es wurde schon viel darüber geschrieben, der Ansatz von Douglas Brown jedoch ist neu.
Als Douglas Brown und seine Frau Annie -beide 40 Jahre alt, zwei kleine Kinder - feststellen, dass die Erotik in ihrer Beziehung unter einem Alltag leidet, der von Erziehungs- und Jobfragen dominiert wird, beschließen sie, an 100 aufeinanderfolgenden Tagen Sex zu haben - ohne Ausreden! Brown beschreibt äußerst vergnüglich, vor welche Herausforderungen diese "Sexpedition" sie beide stellt, und wie sie ganz nebenbei ihre Leidenschaft, Spontaneität und den gemeinsamen Spaß wiederentdecken.
Der erste wahre Bericht eines Sexmarathons - erotisch, romantisch und urkomisch!

Douglas Brown: 100 Tage Sex erscheint im Juni 2009

Samstag, 16. Mai 2009

Denk- und Babypause

Vielleicht habt ihr euch schon gefragt, ob ihr aus meinem Verteiler verschwunden seid, weil ihr schon so lange keine rabenmutter-Post mehr erhalten habt. Dem ist natürlich nicht so, nur befinde ich mich zur vollamtlich auf dem Baby- und Kinderplanet, weshalb ich einfach keine Zeit und Musse finde, um zu schreiben. Einzig die Rubriken "Lesestoff", "Aktuell" und "Rausgepickt" werden regelmässig upgedatet. Schaut also trotzdem ab und zu rein. Ich hoffe, ihr nehmt mir das nicht übel, ihr hört von mir, sobald mich die Schreibwut wieder packt! Bis dann!

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