Samstag, 19. Dezember 2009

Früher war alles anders...

Teenager. So lange ist es doch noch nicht her, seit ich selber einer war? Und doch ist heute irgendwie alles anders...

Natürlich lässt sich das Leben eines heutigen Teenagers nicht mit dem eines hormongetriebenen Pubertierenden aus den Achtzigern vergleichen. Damit meine ich nicht die grässlichen Outfits, Sounds und Frisuren. Aber damalas gab es beispielsweise keine keine Coffee Shops, in denen man den halben Tag rumhängen konnte. Das einzige Lokal, in dem man nicht schief angesehen wurde, war das Migros Restaurant des Sportzentrums. Denn da gab es auch keinen Alkohol und wir tarnten den Auslfug dahin mit vorherigen Tanzstunden. Aber das ist natürlich nicht der einzige Unterschied.

Als ich gestern im ganzen Xmas-Shopping-Stress (den Ausdruck gab es in den Achtzigern bestimmt auch noch nicht) im Coffee Shop einkehrte, staunte ich nicht schlecht über die Anzahl Teenager, die dort rumhingen. Ja, ich kann es nicht anders beschreiben, denn die bequemen Sessel waren übersät mit flezenden Mädchen (fast keine Jungs), die ihre Low-Cut-Jeans und Mini-Handtäschchen vorführten, an irgendeinem süssen Getränk nippten und sehr laut ihre Teenager-Themen diskutierten. Und der Verdacht wird wohl berechtigt sein, dass sie nur rumhingen und nicht etwa richtig konsumierten. Denn welcher Teenager kann sich schon einen Latte für knappe sieben Franken leisten? Aber vielleicht ist auch das heute anders.

Die Gespräche hörten sich etwa so an: "Mann, dä isch total abdräht, hat eifach ufghänkt und sich nüme blicke la!" "So en Vollidiot, Mann!" Und so weiter. Die Häufigkeit, in der das Wort "Mann" fiel, hätte jede Feministin auf die Palme gebracht.

Doch schockierte mich vielmehr die Art und Weise, wie die Girls heute auftreten. Sie sind extrem selbstbewusst. So selbstbewusst, dass es bei einer 13-jährigen schon fast lächerlich wirkt. Spätestens als das eine Girlie-Grüppchen dem anderen Girlie-Grüppchen hinterhergaffte und meinte "Wir sind viel hübscher als die" und mir dabei in die Augen schaute, hatten sie meine Aufmerksamkeit. Dieses Mädchen fühlte sich nicht etwa ertappt, als sie merkte, dass die Alte (knapp Vierzig ist als Teenie uralt) das mitangehört hatte. Schliesslich war sie ja hübscher als die andere!

Ich hätte mich damals nie getraut, das so offen auszussprechen, wahrscheinlich auch darum, weil ich im Zweifelsfalle andere Mädchen immer hübscher fand als mich selbst. Bescheiden? Ich weiss nicht, eher realistisch. Denn ehrlich gesagt, der optische Hammer waren diese selbstüberzeugten Girls nicht, mit ihren knappen 1.50 Meter, zu engen Jeans und zu kurzen Jacken. Und natürlich viel zu sehr geschminkt.

Liegt es an den zahlreichen Casting-Shows, dass sich die Mädels heute schon mit 13 als Topmodel wahrnehmen und denken, sie hätten der Welt mehr zu bieten, als ihre Freundinnen? Und wird diese Arroganz sie weiter bringen als unsereins, der eher beschämt zu Boden geschaut hat, wenn sie bei einer "eingebildeten" Aussage erwischt wurden? Dieses Adjektiv scheint überhaupt aus dem Wortschatz verschwunden zu sein: Eingebildet. Als ich jung war, galt man bereits als eingebildet, wenn man gerade ging und sein gegenüber direkt in die Augen schaute.

Offensichtlich merkt man sein Alter nicht nur an den Rückenschmerzen und den längeren Erholungsphasen nach feuchtfröhlichen Parties, sondern auch an der Art, wie man die heutigen Jugendlichen sieht. Jetzt fühle ich mich richtig alt!

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Oh du selige...Undankbarkeit!

Die Adventszeit “schmeckt” nach Vielem: Zimt, Orangen, Vick’s und ..Undankbarkeit! Ich liebe es ja, die Vorfreude meiner Kinder in deren Augen wiedergespiegelt zu sehen. Doch fürchte ich jedes Jahr dem Moment, wenn es einschlägt. Das Gefühl, verdammt verwöhnte Saugoofen zu haben.

Dieses Jahr hatte ich mir geschworen, den Adventskalender bescheiden zu füllen. Keine hundert Sächelchen und Spielsachen, die dann doch nur rumliegen und einen Nachts die Tränen in die Augen treiben, wenn man wiedermal darauf getreten ist. Also findet Sohnemann dieses Jahr vorwiegend Schoko-Herzen und Gummibärli drin.

Aber die viel anstrengendere Nebenwirkung eines Adventskalenders besteht darin, dass unsere Kinder, die meist in Wohlstand aufwachsen, sich deren Glück gar nicht bewusst sind. Am liebsten hätte ich besagten Kalender aus dem Fenster geworfen, als ich meinen grossen eines Morgens sagen höre: “Das isch jetzt aber nöd so cool”, als er eine Trudi-Gerster-CD mit Weihnachtsgeschichten rausholt. Ein paar Tage davor hatte er mir nämlich gesagt, es sei ja immer nur Schoggi im Kalender, ob das Christkind vielleicht zu faul gewesen sei, was anderes zu kaufen (nein, mein lieber, das war deine werte Mutter).

So kam es, dass ich ihm von den armen Kindern berichtete, die an Weihnachten nicht 1000 und ein Geschenk erhalten und die froh wären, auch nur EINE Trudi-Gerster-CD unter dem Christbaum zu finden. Und die noch nie im Leben einen Adventskalender gesehen haben! Als Kind habe ich die „Arme-Kinder-haben-viel-weniger-als-du-Argumentation“ gehasst und heute höre ich mich den genau gleichen Wortlaut gebrauchen wie damals meine Mutter! Aber es funktioniert immer noch.

Wir vereinbarten also, dass er drei seiner Spielsachen an weniger wohlhabende Kinder verschenkt. Er fragte mich, ob wir denn dafür nach Afrika reisen müssten, worauf ich ihm gestehen musste, dass es sogar in unserer eigenen Stadt Kinder gäbe, die sich über seine Geschenke sehr freuen würden. Die Mütterhilfe Zürich nimmt immer gerne Spielsachen, Kleider und Mobiliar für bedürftige Familien an.

Er hat dann ganz gewissenhaft nach Spielsachen gesucht und drei gefunden. Nicht die kaputten oder den Mist von Mac Donalds, sondern wirklich gute Sachen, an denen Kinder Freude haben werden.

Ich brauche euch nicht zu sagen, wie stolz ich auf ihn bin.

Frohe Weihnachten!

Montag, 14. Dezember 2009

Intelligente Geschenke

Wer noch nicht alle Weihnachtsgeschenke hat und die Shopping-Tour mit einem netten Ausflug zum Bodensee kombinieren möchte, besucht den rasselfisch in Konstanz. Nicht nur für Gottis und Grosseltern.

Bei rasselfisch in Konstanz stehen die ganz Kleinen im Mittelpunkt. Die Kindersachen erfüllen einen hohen qualitativ und ästetischen Anspruch und machen nicht nur den Kids Freude. Doch die Liebe zu Kindern geht bei rasselfisch noch einen großen Schritt weiter: alle Produkte, egal ob Designer-Hochstuhl, Kinderwagen oder Kuscheltier, sind mit dem Fair Trade-Siegel oder einem Design-Preis ausgezeichnet. Ausserdem haben für die Laufräder, Fahrradsitze und Möbel keine anderen Kinder irgendwo hart arbeiten müssen. Hier ist immer klar, woher die Sachen kommen. Weiter unterstützt rasselfisch auch das Projekt Wildwasser, indem ein Prozent des Umsatzes an die Organisation gegen sexuelle Gewalt geht.

Und uns Schweizer Shoppern zahlt rasselfisch die MWSt zurück!

Viel Spass beim Christmas-Shopping!

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Es schneielet...

Wie alle Kinder, war auch mein Sohn diese Woche total aufgeregt über den neuen Schnee. Und obwohl es mir ferner nicht liegen könnte, die Spassbremse zu sein, muss ich jetzt und hier zugeben: Ich hasse Schnee!

Das war nicht immer so. Ich erinnere mich gerne an romantische Wochenenden in einem kleinen Hotel in den verschneiten Bergen. Manchmal war sogar Wellness inbegriffen. Dort taten wir nichts anderes als im Bademantel rumzuhängen. Ein paar Behandlungen, feines Essen, guter Wein und noch bessere Gespräche. Manchmal kamen wir sogar raus für einen romantischen Spaziergang in der verschneiten Landschaft.

Vielleicht habt ihr den nostalgischen Ton bemerkt. Richtig: Dieses schöne Bild ist vollkommen frei von Kindern! Der Winter ist wunderbar, solange du keine kleinen Hände in winzige Handschuhe stecken musst. Wenn da keine Babies sind, die ihre Mützen von ihren verschwitzten Köpfchen runter reissen wollen oder grosse Jungs, die UNBEDINGT sofort pinkeln müssen, obwohl sie angezogen sind wie Reinhold Messner als er den Everest erklomm.

Aber ich muss zugeben, wenn sie endlich angezogen sind, ist es wunderbar, den Kindern beim Spielen im Schnee zuzuschauen. Wie stolz sie sind, wenn sie ihren Schneemann endlich fertig haben, auch wenn dieser als solcher schwer zu erkennen ist.

Und dann gehst du nach Hause und der Horror geht von vorne los…

Ich wünsche allen einen wundervollen Winter!

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