Donnerstag, 31. März 2011

Wenn Frauen "muttieren"

Nicht alle Männer wünschen sich eine Supermami. Schliesslich haben sie doch eine interessante Frau geheiratet. Doch seit Geburt der Kinder kennt sie kein anderes Thema mehr als Kinder, Kinder, Kinder. Sie ist "muttiert".

Schauerlicher Bericht einer Familie, in der aus einer Frau ein Muttertier wurde. Von Bettina Weber: Wenn Frauen zum Muttertier werden.

Montag, 28. März 2011

Vetrauen ist gut...

... Kontrolle ist besser. Oder wisst ihr, ob der Lehrer eurer Kinder vorbestraft ist?

Am 11. März wurde im Kanton Zürich ein 29-jähriger Kleinkindererzieher festgenommen, weil der Verdacht bestand, er habe sich an einem zweieinhalbjährigen Mädchen aus seiner Krippe vergangen. Er gestand daraufhin drei weitere Fälle von Missbrauch an ihm anvertrauten Kindern an.

Solche und ähnliche Meldungen hören wir leider mit erschreckender Regelmässigkeit. Auch Krieg und Welthunger sind rekurierende Themen in den Medien, doch die Nachricht, dass eine Betreuungsperson ihre Stellung und ein kleines, unschuldiges Kind missbraucht hat (egal, ob sexuell oder körperlich), versetzt mich immer wieder in einen Zustand der hilflosen Verzweiflung. Auch hungernde Flüchtlingskinder und Kanonenfutter in Form von jungen Lybiern schrecken mich natürlich auf und entsetzen mich. Doch dieses Gefühl eines Brechreizes kombiniert mit emporschiessenden Tränen überkommt mich nur bei Missbrauchsmeldungen. Eine nicht repräsentative Umfrage unter Bekannten, die auch Eltern sind, hat ergeben, dass es nicht nur mir so geht.

Liegt es vielleicht daran, dass ich gegen Ghadaffi und seinen Wahnsinn von hier aus nicht viel ausrichten kann? Wohl aber vielleicht etwas dafür tun könnte, dass meinen Kindern nie etwas zustösst? Liegt es daran, dass sich eine Mutter eben doch nie ganz daran gewöhnen wird, ihre Kinder in fremde Obhut zu begeben und ein Vater sich eben nie sicher sein kann, ob er diesen fremden Menschen vertrauen kann?

Wie also können wir solches verhindern? Was können wir Eltern, der Staat und letztlich die Betreuungsstätte dafür tun, dass unseren Kindern nie wieder solches Unrecht widerfährt? Eine Pädophilen-Datenbank, wie sie das in den USA kennen? Eine allgemeine Einsicht in die Strafakte sämtlicher Lehrer, Krippenleiter und Praktikanten, wie Grossbritannien dies vor einiger Zeit eingeführt hat? Der Schweizer Datenschutz wüsste solches sicher zu verhindern.

Oder kennen Sie den Lebenslauf des Lehrers Ihres Kindes? Wissen Sie, wieso die nette Krippenleiterin diesen Beruf gewählt hat? Ich nicht. Und als ich sie vor Kurzem aus einem aufgemotzten, tiefer gelegten, scheibengetönten Möchtegern-Sportwagen habe aussteigen sehen, merkte ich, wie wenig ich über sie weiss. Und doch vertraue ich ihr. Der Notfallpsychologe im Fall von Volketswil meinte auch «Die Krippen-Mitarbeiter konnten sich so etwas schlicht nicht vorstellen.» Niemand kann das. Aber sollten wir mit dem Schlimmsten rechnen?

Donnerstag, 24. März 2011

Gleich? Gleich was?

Gleichberechtigung mit James Bond in einer Lektion.

Sind wir gleichberechtigt auf dem Blog von wir eltern.

Donnerstag, 17. März 2011

Nicht alle Tassen im Schrank


Schon mal etwas von der Menstruationstasse gehört? Ist genauso, wie es klingt. Igitt! Wirklich?

Annett Altvater für clack.ch über Tassen, die unser Leben verändern.


Dienstag, 15. März 2011

Wenn nichts mehr da ist


Erdbeben, Tsunami, Radioaktivität. Wie lebt man weiter?

Home sweet home. Wir alle möchten unseren Kindern ein schönes, warmes und sicheres Zuhause bieten. Japanische Mütter und Väter wissen seit Freitag, dem 11. März 2011 14.45 Uhr Ortszeit nicht mehr, was das heisst. Die, die im betroffenen Gebiet das Erdbeben und den darauffolgenden Tsunami überlebt haben, wissen heute nicht, wie sie ihre Kinder morgen ernähren sollen. Im schlimmsten Fall haben sie keinen Job oder Geschäft mehr, die Zukunft total unsicher und das Eigenheim muss weiter abbezahlt werden, obwohl es weggeschwemmt wurde. Die Schulen sind einfach weg oder geschlossen, die Kinder traumatisiert.

In grossen Turn- und Mehrzweckhallen wurden sie untergebracht, Matten zum Schlafen und nur eine Mahlzeit pro Tag erhalten sie von freiwilligen Helfern, und der Staat weiss nach drei Explosionen in Kernkraftwerken auch nicht wirklich weiter. Japan, dieses durchorganisierte, überzivilisierte Land, das nicht mit dem Schlimmsten gerechnet, und jetzt, da es eingetroffen ist, keine Lösung parat hat.

Diese Mütter und Väter haben überlebt und sind überglücklich, ihre Kinder bei sich zu haben. Nicht alle hatten dieses Glück. Japaner sind bescheiden, eine Mahlzeit pro Tag ist schon besser als gar nichts. Ein Dach über dem Kopf haben sie auch. Und nun?

Wie lebt man weiter, wenn man weiss, dass einen zu hause nichts mehr erwartet? Nicht einmal das Zuhause? Wenn alles weg ist? Nicht „nur“ Haus und Möbel, ALLES? Familienfotos, Kinderzeichnungen, Videos von Weihnachten und dem ersten Schultag? Wie erkläre ich meinem Kind, dass wir kein Heim mehr haben? Dass es seine Freunde vielleicht nie wieder sieht? Die Schule nicht mehr existiert?

Wie erklärt man seinem Kleinkind, was Verstrahlung ist und wieso es die Arme heben soll vor den weissgekleideten Männern? Macht man es wie Benigni in "La Vita e Bella" und macht ein Spiel daraus? Oder ist der eigene Gesichtsausdruck Erklärung genug, wenn man darum bangt, dass das eigene Kind verstrahlt sein könnten und daran zweifelt, wenn die Spezialisten es verneinen?

Seit dem 11. März 2011 haben diese japanischen Mütter und Väter keine Vergangenheit mehr, die sie hervornehmen können. Kein „Weißt du noch?“, das von einem Foto unterstützt wird. Keine unaufgeräumten Kinderzimmer mehr, keine Flecken an der Wand, die an den ersten Schokopudding des Kleinen erinnern. Keine Malereien auf dem Parkett, keine Kerben im Esstisch. Nichts.

Ich habe selber Familie in Japan. Es ist ein Volk von Stehaufmännchen, das Atomzeitalter begann in Japan, es wird hoffentlich auch dort enden. Aber die Menschen werden sich nicht unterkriegen lassen. Die Menschen im Katastrophengebiet mögen keine materielle Vergangenheit mehr haben, eine Zukunft werden sie sich dennoch wieder aufbauen.

Auf diesem Weg wünscht die wir eltern Redaktion allen japanischen Mütter, Vätern, Kindern, Grosseltern viel Kraft.




Tägliche Mahnwachen für Japan finden in folgenden Schweizer Städten statt:

·            Basel: Münsterplatz auf der Pfalz
·            Bern: Waisenhausplatz
·            Genf: Place Cornavin
·            Zürich: Helvetiaplatz
·            Lausanne: Place de l`Europe 
·            Winterthur: Stadtkirche (Kirchplatz), 17.00 bis 21.00, ab Dienstag, 15.03. im Oberen Graben
·            Biel: Zentralplatz, 17.00 bis 23.00
·            Luzern:  Bahnhofplatz, ab 18.00 (Junge Grüne Luzern)
·            Schönenwerd: Vor dem Storchen, Mittwoch, 16.03.2011 ab 17.00



Mütterliches Burnout

Manchmal wird Muttersein zu viel. Ein Tabu wird gebrochen.

Erinnern Sie sich an diese unerklärlichen Tränen, die am Tag nach der Geburt nicht aufhören wollten zu fliessen? Sie nennen es den Babyblues. Die schlimmere Variante – die postpartale Depression – erkennt man unter anderem an einem totalen Mangel an Energie, einer unerklärlichen Traurigkeit angesichts des neuen Familienglücks oder auch an a priori grundlosen Schuldgefühlen. Diese zwei Diagnosen sind gesellschaftlich anerkannt und können behandelt werden.

Doch wie sieht es mit den Müttern aus, deren Kinder schon keine Säuglinge mehr sind und bei denen sich Gefühle wie oben beschrieben schleichend bemerkbar machen? «Manchmal kann ich nicht mehr, da wünsche ich mir, gar keine Kinder zu haben.» Stéphanie Allenou, dreifache Mutter sechsjähriger Zwillinge und einer achtjährigen Tochter, erzählt in ihrem Buch «Mère épuisée»(«Erschöpfte Mutter») ihre ersten drei Jahre als Mutter. Gebären, stillen, schlaflose Nächte, endlose Tage und diese Einsamkeit, die sich langsam einstellt.

Die Autorin wagt es, Dinge auszusprechen, die viele Frauen denken, aber nie laut sagen würden. Denn es findet sich immer jemand im Umfeld, der totales Unverständnis zeigen wird und den Hilferuf mit einem «Was willst du denn? Du hast doch tolle Kinder?» abtut.

Schliesslich können die täglichen, kleinen und grossen Hindernisse, die eine Mutter bewältigen muss, der Alltag, den es zu meistern gilt, kein Grund sein, alles hinschmeissen zu wollen! «Wenn du einen richtigen Beruf hättest, könntest du vielleicht besser mit Stress umgehen.» Das musste sich die eine oder andere vielleicht auch schon anhören. Doch jede Mutter kennt die Verzweiflung, die einen mitunter befällt, wenn der wichtige Termin wegen Krankheit der Kinder verschoben werden muss. Wenn sich die Kleine wieder ausgezogen hat, kurz bevor man das Haus verlassen will. Wenn die Kinder zum tausendsten Mal wegen dieser bescheuerten Nanos heulend aufeinander losgehen.

In ihrem Buch begleiten wir die Autorin auf ihrem Abstieg in die Hölle. «Eine dumpfe Beklommenheit steigt langsam in mir auf. Ich versuche, meine innere Wut zu beherrschen, doch sie wächst weiter und ich explodiere immer öfter. Ich schreie. Immer lauter. Schlagen wird alltäglich, auf den Hintern, manchmal auch ins Gesicht. Die Beziehung zu meinen Kindern ist missbräuchlich geworden.» schreibt die Autorin mit einer erschreckenden Ehrlichkeit.

Diese beschriebene Erschöpfung ist dieselbe, die man vom beruflichen Burnout kennt: Die Person versucht, ihre Aufgabe perfekt zu meistern. Der Stress ist vorprogrammiert. Das Scheitern ebenso.

Die Väter indes scheinen in dieser Diskussion inexistent. «Die meisten Väter haben noch nie einen einzigen Tag alleine – wirklich alleine, und nicht bei ihrer Mutter(!) – mit den Kindern verbracht. Und wenn, dann hat die Frau schon vorgekocht, eingekauft und geputzt, damit Papi einfach Papi sein kann. Männer haben deshalb Mühe, ihre Frauen zu verstehen, wenn sie sie abends mit ungewaschenen Haaren, immer noch im Pyjama empfangen und der Staubsauger seit drei Tagen am selben Ort steht.»

Mit ihrem Buch möchte sie andere Mütter ermuntern, sich helfen zu lassen. «Die Einsamkeit muss durchbrochen werden. Sobald diese Frauen merken, dass jemand zuhört, sie ernst nimmt und im besten Fall, dass sie nicht alleine sind, können sie aufatmen und ein Stück weit dieses Bild der idealen Mutter loslassen.»

Jede Mutter will eine gute Mutter sein. Wir alle haben gewisse Vorstellungen, die von Guetzli backen bis «mein Kind vor allem Bösen schützen» so ziemlich jede Facette abdecken. Aber perfekt sein? Geht das überhaupt? Ich würde sagen, nein. Nicht als Mutter. Die perfekte Mutter hört nämlich dann auf, perfekt zu sein, wenn ihre Kinder ihr eben diese Perfektion vorwerfen, weil sie fast nicht auszuhalten ist. Perfektion ist eine Illusion. Oder nicht?

Freitag, 4. März 2011

Wenn die Wahl zu Qual wird.












Der Feminismus sah vor, den Frauen mehr Entscheidungsfreiheit zu gewähren. Ob für Beruf oder für Kinder. Oder eben beides. Heute wird jedoch vorwiegend darüber debattiert, was besser ist, Kind oder Karriere?

Nina Töpfer über die vermeintliche Feigheit der Frau auf clack.ch: Kuschelfamilie, Karrierefrau?

Dienstag, 1. März 2011

"Kinder kosten eben"

Soll die Gesellschaft für die Kinder bezahlen? Oder nur die Eltern?

Soll die Gesellschaft für die Kinder bezahlen? Oder nur die Eltern? Ein Leserbrief im Tages Anzeiger von letzter Woche nannte sie die «vereinigte Linke», CVP, Grüne und SP. Die drei Parteien wagen im Wahljahr 2011 folgenden Vorstoss: Kinder und Jugendliche in Ausbildung sollen in Zukunft keine Krankenkassenprämien mehr bezahlen müssen. Klingt toll. Ist es eigentlich auch.

Der Haken dabei: Die Kinderlosen sollen für das so entstehende Finanzloch aufkommen. Dass dies sehr nach „Wahlthema Familie“ klingt und sich gewisse politische Lager auf diese Weise mehr Stimmen erhoffen, liegt auf der Hand. Trotzdem.

Natürlich bin ich die Erste, die grundsätzlich dafür ist, Kinderprämien abzuschaffen. Wir gehören dem durchschnittlichen Schweizer Mittelstand an und CHF 600.00 ist ein grosser Posten, der monatlich für eine Versicherung abgeht, deren steigende Kosten wie ein Damokles-Schwert über unseren Köpfen schwebt.

Nun gehöre ich nicht zu den Müttern, die wegen jedes Schnupfens zum Arzt rennen, weder für mich noch für meine Kinder. Doch seien wir ehrlich. Wir – die vor kurzem oder längerem Eltern geworden sind – waren nie so viel zu hause, wie seit dem Tag, an dem wir der Nachwelt stolz unseren Nachwuchs präsentieren durften. Bevor ich Mutter wurde, konnte ich die Tage, an denen ich bei der Arbeit fehlte oder soziale Events absagen musste, an einer Hand abzählen. Seit fast sieben Jahren müsste ich meine Füsse noch hinzunehmen und nicht einmal das würde reichen. Nicht nur, weil automatisch Mami zu Hause bleibt, wenn die lieben Kinder wieder einmal einen Virus mit nach Hause geschleppt haben. Auch weil sie mich gerne mit eben diesem Virus beschenken, so dass wir alle über kurz oder lang flach liegen. In solchen Fällen wird dann auch irgendwann ein Arzt aufgesucht und die Krankenkasse belastet.

Die drei genannten Parteien möchten also genau die Prämien abschaffen, die am meisten in Anspruch genommen werden. Wer kann es den kinderlosen Schweizern also verübeln, wenn sie sich dagegen wehren, die entstehende Lücke zu füllen? «Kinder bringen Konsequenzen, auch finanzielle. Wer Kinder will, muss eben auch dafür bezahlen!» So die Meinung vieler.

Sind wir also selber schuld, wenn wir Kinder in die Welt setzen und dann mehr schlecht als recht dafür aufkommen können? Ist es halt unser Problem, wenn die Prämien stetig steigen und wir «normal» verdienende Familien gezwungen werden, unseren Gürtel so eng zu straffen, dass es meist kaum noch für Campingferien am Bielersee reicht?

Oder dürfte man vielleicht auch so argumentieren: Wenn alle so denken würden, gäbe es bald keine AHV mehr und die empörten Kinderlosen dürften ihr Rentenalter damit verbringen, sich zu fragen, ob sie vielleicht Unrecht hatten? Sind wir nicht eine soziale Gesellschaft, die nur mit dem Einsatz jedes Einzelnen – auch für die Anderen - funktionieren kann? Oder können wir alle glücklich werden, wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht?

Klingt alles etwas stammtischpolitisch, nicht? Schön schweizerisch schlage ich einen Mittelweg vor. Nur welchen?

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