Mittwoch, 29. Mai 2013

Ehrliches kleines Monster



«The Honest Toddler» heisst der neue Elternratgeber. Geschrieben hat ihn ein Kleinkind. Sozusagen. 


«Kindermund tut Wahrheit kund». Das – zugegebenermassen altbackene – Sprichwort erhält gerade in Zeiten der Social Medias neuen Aufwind. Denn nicht nur Eltern sind auf Facebook und Twitter omnipräsent, jetzt gibt es auch das ehrliche Kleinkind «Honest Toddler», das uns täglich mit Weisheiten eines Dreikäsehochs füttert. Intelligent, ironisch, sarkastisch. Und wir ertappen uns dabei, wie wir denken «Oje, er hat recht, wir Erwachsenen sind manchmal seltsam.»

Kleine Kostprobe gefällig? Hier die Einträge der letzten paar Tage auf Facebook:

«Wenn ihr darüber nachdenkt, ist Popel-Essen die Definition von nachhaltig Leben.»

«Habe mir gerade das Teilen ausgerechnet. Nein.»

«Eltern-Tipp: Liebe ist nicht nur ein Wort. Es auch der Wille, jemanden einen Snack zuzubereiten, während man das Abendessen kocht.»

«Alles Gute zum Muttertag! Bitte nicht vergessen, ohne dein Kleinkind wärst du nichts, also werden die Geschenke 50/50 geteilt.»

«Kleinkind-Tipp: Bloss weil wir nicht mehr wissen, wieso wir weinen, heisst das nicht, das wir damit aufhören müssen. Nicht aufgeben!»

«Kleinkind-Tipp: Eigentlich verlassen wir das Time-Out nie. Meistens sind wir nur auf Bewährung draussen.»

«Es ist schwer, Erwachsene ernst zu nehmen, wenn man weiss, dass sie den Montag und Kohlenhydrate fürchten.»

Und so weiter. Nicht schlecht, finden Sie nicht?

«The Honest Toddler» gibt es übrigens auch als Buch bzw. «Kinder-Ratgeber für Eltern». Das wäre doch mal ein schönes Geschenk für werdende Eltern. Damit sie gleich wissen, wie ihr kleines Monster ticken wird.

Montag, 27. Mai 2013

Libido und Langeweile



Wer kennt das nicht? Den Mann hat man schon länger, die Kinder rauben einem den Schlaf und den letzten Nerv. Sex ist das Letzte, worauf man jetzt Lust hat.

Für einen Artikel über die weibliche Libido würde ich gerne Aussagen von Müttern und Ehefrauen aufnehmen, wie das bei euch ist/war. Habt ihr regelmässig Sex mit eurem Mann? Oder vielleicht mit einem anderen? Und was heisst regelmässig? Habt ihr Freude am Sex oder ist es zur Pflichtübung geworden? Würdet ihr dagegen eine Pille nehmen?

Es wäre schön, wenn ihr mir in der Kommentarfunktion (auch anonym) ein paar dieser Fragen beantworten könntet. Eure Aussagen würden mir sehr helfen!

Herzlichen Dank!

Freitag, 24. Mai 2013

Stressfaktor Mann.





Mütter sind gestresst. Aber nicht weil sie Mütter sind. Sondern Ehefrauen.


Mutterschaft stresst. Kaum eine Mutter, die in der heutigen Zeit lebt, wird mir widersprechen. Ob mit oder ohne Job ausser Haus, ein oder mehrere Kinder, mit oder ohne Mann: Es ist nicht leicht, Mutter zu sein. Doch Letzteres stimmt offenbar nicht ganz. Laut einer Umfrage von «TodayMoms» sagten fast die Hälfte der 7'000 befragten Mütter aus, ihr Mann stresse sie weit mehr als die Kinder.
Ich kenne Paare, bei denen der Mann ein weiteres Kind darstellt. Männer, die nie kochen, nie putzen, sich selten um die Kinder kümmern und von Mami erwarten, ihre Socken zu waschen, falten und danach: finden! Solche Männer gibt es. Doch die Hälfte aller Partnerschaften KANN doch nicht so sein, richtig?
Falsch! Genau das Problem des Mannes als zusätzliches Kind war der grösste Stressfaktor der Befragten. Sie behaupteten teilweise gar, das Leben als Alleinerziehende wäre für sie einfacher. (Ich kenne alleinerziehende Mütter, die dem sofort zustimmen werden.)
Andere wiederum stellten in der Umfrage wiederum fest, dass auch die Ehe Arbeit mit sich bringt, weit mehr als die Kinder. Und das, obwohl andere Studien doch bewiesen haben wollen, dass Eheleute glücklicher sind als Singles – inklusive geringerem Herzinfarkt- und Krebsrisiko.
Also, was jetzt? Es sind eben doch die Kinder das Problem. Eine Ehe ohne Kids ist statistisch gesehen nämlich glücklicher als mit. Als ob Väter nur dann zu Kinder mutierten, wenn sie selber welche haben. Logisch!
Aber seien wir ehrlich: Wir haben ihn ja nicht geheiratet und Kinder mit ihm gekriegt, weil er so toll die Wäsche wäscht und die Kinder ins Bett bringt. Sondern weil wir ihn lieben.
Und hier noch die Fussnote an die Väter: Damit das so bleibt, sollten Sie wieder öfter die Wäsche waschen. Und die Kinder ins Bett bringen. Ach ja, und was Paarberater nicht müde werden zu erwähnen (und ich vollkommen richtig finde): verbale Anerkennung. Ein «Danke!» kann Wunder wirken. Und das ist doch nicht zu viel verlangt, oder?

Donnerstag, 23. Mai 2013

Les Misérables

Schwarzer Humor in einer rosa Welt: «Misère-sexuelle.com» heisst ein neues Buch, das treffend beschreibt, wie extrem lustig und gleichzeitig unendlich traurig Online-Dating sein kann.

Er hat sie alle getestet. Die grossen, die intimen, Nischen-Sites. Er hat gechattet, geflirtet, gedatet. Er hat sich sogar zweimal verliebt. Und ist mehrere Male auf die Nase gefallen.

Während zehn Jahren hat Stéphane Rose - 40, Bart, stattliche Postur – die einschlägigen Dating-Sites besucht und genutzt. Der französische Journalist und Autor hat sich in all den Jahren einen ziemlich grossen «Kriegsschatz», wie er es nennt, zusammengedatet. Und – weil Sex immer noch sells – ein Buch darüber geschrieben.

Orthographie-Loser und Gefühlstrampel
Von Stilblüten bis zu ausgesprochenen Peinlichkeiten, hat der die gesamte Bandbreite gesammelt, die User zu bieten haben. Ein paar Dutzend von ihnen haben ihm seine Geschichten erzählt, ein grosser Teil davon negativ und ein paar echte Love Stories.

All diese Erfahrungen und Geschichten erzählt Rose in seinem schwarzen Buch «Misère-Sexuelle.com» (mit dem langweiligsten Cover, das es je gab). Zum ersten Mal liest man hier über die versteckten Fallen, welche die schnulzige Werbung gberne unterlässt zu erwähnen. Endlich sagt einer, dass es online nicht einfacher ist, den Mann (oder die Frau) für’s Leben zu finden als in einer Bar.

Denn schreibwütige Online-Dater outen sich offenbar als totale Orthographie-Loser, wenn es darum geht, sich jemanden zu angeln. Auch sind die Aussagen meist derart durchschaubar, dass man sich kaum vorstellen kann, dass jemand darauf «reinfällt». «Ich würde mich um dich kümmern. Beim ersten Date könnten wir einfach als Freunde ausgehen, nach ein paar Minuten werden wir ja sehen, was die Gefühle sagen werden.» Na, das lässt der Dame ja viel Zeit zum «fühlen», nicht?

So schief man sich beim Lesen über Rechtsschreibe-Neandertaler lachen kann, so traurig ist aber die Kehrseite der Tastatur. Einsamkeit, Lügen, ein wenig Paranoia und schliesslich ziemlich viele Enttäuschungen stehen für den hoffnungsvollen User auf der Liste.

«Wie ein kapitalistisches System für Privliegierte»
Stéphane Rose ist zwar überzeugt, es könne durchaus klappen mit dem Kennenlernen, doch die User mit gesundem Menschenverstand – die mal sehen wollen, was sich aus einem angeklickten Profil ergeben kann – entsprächen leider nicht der Mehrheit. «Doch wenn man im echten Leben nicht verführen kann, klappt es virtuell auch nicht besser.» so Rose. «Es ist ein bisschen wie ein kapitalistische System für Privilegierte: Die Hübschen, die ein gewisses Schreibtalent aufweisen, werden viele Begegnungen machen. Die Hässlichen, die kaum ein paar Sätze aneinander reihen können und nur ihr Single-Dasein zu bieten haben, werden auch online kaum Dating-Erfolge feiern. Wie im echten Leben halt.»

Der Autor von «misère-sexuelle.com» findet die Tatsache, dass man online mit einem Klick jemanden zum Teufel jagen kann besonders brutal. Gerade als Mann. Denn diese sind im Verhältnis zu Frauen zahlenmässig überrepräsentiert. Das hat zur Folge, dass er gewisse Profile auf verschiedenen Plattformen wiederfand. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Ein User verglich sich selbst im Interview mit der Praline, die immer in der Schachtel bleibt, weil keiner sie will.

Lügen, bis sich die Tastatur biegt, ist ein weiteres Phänomen des Online-Datings. Es ist kaum anderswo im Leben so einfach, sich besser zu verkaufen. Jünger, cooler, urbaner, Single. «Das ist überhaupt die grösste Lüge beim Online-daten. Glauben zu machen, dass man verfügbar ist.» Weshalb es jetzt offenbar zum Standard gehört, am Ende des eigenen Profils die Bemerkung «Bettgeschichten ausgeschlossen» zu notieren.

«Den Prinz à la carte, bitte»
Das virtuelle Kennenlernen hat einen Haken, der vordergründig als Mehrwert dargestellt wird: Die Suche gestaltet sich hyperselektiv. Die Profile schränken ein, bis zum Punkt, an dem nach einem ganz spezifischen Menschen gesucht wird, den es so kaum geben kann: «Suche Mann, weder hübsch noch hässlich (braune Haare müssen sein), im kulturellen Bereich tätig, UNBEDINGT links wählend. Wenn er Motorrad fährt, umso besser.» Prince charming à la carte sozusagen.
Die grösste Gefahr sieht Rose jedoch darin, dass sich User nicht mehr von diesen Sites abmelden mögen. Auch nicht, wenn eine Beziehung bereits zustanden gekommen ist. «Als ich mich bei einer grossen Plattform abmelden wollte, musste ich dies telefonisch tun. Auf die Frage hin, wieso ich das Abo annullieren möchte, erklärte ich, ich hätte jemanden gefunden, ich sei verliebt. Darauf bot mir der Call-Center-Agent einen Gratis-Monat an!» Schliesslich wisse man ja nicht, wie lange eine Beziehung dauere und vielleicht gäbe es ja jemanden, der noch besser passt. In unserer Gesellschaft kommt offenbar auch die Liebe nicht drumrum als Konsum- und Wegwerfprodukt betrachtet zu werden.

Und Stéphane Rose selber? Ist wieder allein und flirtet jetzt auf Facebook. «Weniger Loser, weniger Lügner und weniger Geld-und Zeitverschwendung», wie er selber sagt. Es gibt zwar hunderte Online-Dating-Sites. Doch nur wenige haben wirklich Erfolg. Rose ist deshalb überzeugt, dass sich das Phänomen bald selber ausmerzt. Denn es gilt immer noch als peinlich, die Liebe per Internet gefunden zu haben, als wäre sie – trotz Konsumdenken – zu edel, um wie High Heels online geshoppt zu werden. Einige Plattformen sehen den Trend ebenfalls kommen und organisieren deshalb Parties, um «Singles in echt» kennenzulernen. Und das ist die eigentliche Misere.

Dieser Artikel erschien heute auf clack.ch

 

Mittwoch, 22. Mai 2013

Die Tarnkappen-Chauvis



In den 70ern erkannte man einen Macho schon am Äusseren: Harte Schale, weicher Kern. Heute sind sie aussen matschig wie Apfelmus, dafür innen hart wie Kruppstahl. Ein Gastbeitrag von Réda El Arbi für den Mamablog, den ich so unterschreiben kann.
Sie sind meist gut verdienender Mittelstand, oft kreativ, urban, wählen häufig links oder wirtschaftsliberal. Sie verkünden wortreich Gleichberechtigung und geben vor, sich starke Partnerinnen zu wünschen. Der neue, urbane Macho ist auf den ersten Blick gar nicht so leicht zu erkennen. Er gibt sich einfühlsam, verständnisvoll und aufgeschlossen. Er zeigt Gefühle, oder das, was er dafür hält, hört zu und weint manchmal. Meist aber aus Selbstmitleid. Und er trägt mit Vorliebe längere Haare, um seine feminine Seite zu unterstreichen.

Ich erkenne ihn, wenn er in Männerrunden sitzt, chauvnistischen Scheiss von sich gibt und seine Maske fallen lässt. Er will, dass seine Frau gebildet ist und eigene Projekte hat. Er will, dass sie einen guten Job hat, irgendwas, mit dem man vor Freunden angeben kann. Er gibt mit ihrer Ausbildung an, fährt ihr aber in Gesellschaft trotzdem über den Mund (rein ironisch natürlich), wenn sie anderer Ansicht ist und auch Argumente dafür hat. Er liebt ihren guten Job, hasst es aber insgeheim, wenn sie erfolgreicher ist oder mehr verdient.

Er unterstützt ihre Karriere, bis dann Kinder kommen. Dann unterstützt er seine Liebste in der Sichtweise, dass nur eine Mutter in den ersten Jahren eine adäquate Betreuung für die Kleinen ist. So schiebt er ihr Mutterschaft als einen Ersatz für Selbstwertgefühl unter und muss in seinem Leben nichts ändern. Plötzlich ist die Familie eine so wichtige Entscheidung, dass man (sie) auch Opfer dafür bringen muss. Und überhaupt, er verdient ja genug. Sie muss ihre Projekte nicht für den Lebensunterhalt weiterführen. Sie kann das ja nebenbei weitermachen, als Hobby sozusagen …

Es sind die Typen, die weinen, wenn sie beim Fremdgehen erwischt werden. Die sich als Opfer ihrer Natur bemitleiden und schon mit der letzten Träne nach neuen Opfern schielen. Es sind die Typen, die Dalai Lama zitieren, während sie ihre eigenen Projekte in gehetzter Egomanie durchpeitschen und über die Bedürfnisse von Familie und Partnerin hinwegtrampeln.

Natürlich sind sie offen. Offen für alles. Sie träumen von einem Dreier mit ihrer Freundin. Solange die Dritte eine Frau ist, die sie selbst auswählen – und nicht etwa ein Mann. So offen sind sie dann doch nicht.

Und wenn sie selbst betrogen werden schlagen sie zu. Um dann wieder zu weinen.

Soweit, so bekannt. Warum nur präsentieren wirklich kluge, selbstständige Frauen solche Idioten voller Stolz ihrem Freundeskreis. Früher hiess es «Harte Schale, weicher Kern». Inzwischen ist die Mogelpackung wieder beim «weiche Schale, harter Kern» oder der Wolf im Schafspelz. Was mich am meisten nervt an diesen Typen, ist, dass sie sich selbst wirklich für emanzipiert und aufgeschlossen halten. Sie wissen nicht mal, dass sie die gleichen alten Machos sind, einfach in Hipsterklamotten und mit viel mehr Tränen. Früher hatte man einen Macho direkt erkannt, jetzt erkennen sie sich nicht mal selbst.

Aber in einem Detail verrät der neue Tarnkappen-Macho sich: Liebe Damen, wenn ein erfolgreicher Typ euch Paolo Coelho zitiert, haut ab! Oder noch besser: Haut zu!

Réda El Arbi ist Mitinhaber der Kommunikationsagentur SeinSchein, Autor, Geschichtenerzähler und Stadt-Blogger bei «Züritipp».

Donnerstag, 16. Mai 2013

Gute Eltern backen Kuchen!





Nein, Sie sind keine schlechten Eltern! Auch wenn Sie das glauben.

Sind Sie eine aktive Mutter? Eine, die neben dem ganzen Haushalt-Erziehungs-Hausaufgabenhilfe-Job-Freiwilligenarbeit-Vereins-Wohltätigkeits-Aufwand auch noch bastelt, spielt, singt, vorliest und und und? Nicht? Dann konnten Sie auch nicht bei der aktuellen Aktion der annabelle mitmachen, sorry! (Auf Facebook hatte diese Tatsache bereits eine heftige Diskussion ausgelöst.)

Die will nämlich die aktivste Schweizer Mutter finden. Die Anmeldungen sind beendet, man kann noch bis 20. Mai für eine der vorgeschlagenen Mütter abstimmen. Da wären bspw. Fränzi, die so beschrieben wird: «Fränzi hat immer eine Lösung für alle Probleme parat. Sie kocht super feine Gerichte, arbeitet sehr viel und hat trotzdem immer noch Energie zum Tennisspielen mit ihrer Tochter. Sie sieht auch noch sehr jung aus – möglicherweise, weil Sie so eine aktive Mama ist und ständig in Bewegung bleibt.»

Oder Paola: «Unsere Mama ist 56 Jahre jung und sprudelt Energie wie einen Wasserfall. Sie schmeisst den Haushalt, kümmert sich um uns 3 Töchtern, verwöhnt unseren Vater, geht mit Chihuahua Chanel Gassi und nebenbei, kocht sie und backt für diverse Markte in der Region. Am Flohmi nimmt sie auch immer teil und an den Ostern-Weihnachtsmarkt, darf sie auch nicht fehlen mit ihren sizilianischen Delikatessen.»

Viele der vorgeschlagenen Mütter machen viel, einige wurden auch vorgeschlagen, weil sie «klug und cool» sind. Wie auch immer, es sind Frauen, die vieles unter einen Hut kriegen und in der Tat beeindruckt das. Auch mich. Doch Sie ahnen vielleicht, worauf ich hinaus will. Als weniger aktive Mutter – und da zähle ich mich nun mal dazu – fühlt man sich halt eben: weniger aktiv. Weniger Mami. Unsereins backt nicht bei jedem Schulanlass einen Kuchen, bastelt im Dezember den Weihnachtsschmuck nicht selber, hat nicht einmal einen Hund, den sie Gassiführen muss und der arme Kindsvater wird von ihr auch nicht übermässig verwöhnt...  Macht das aus mir eine schlechte Mutter? Ich hoffe nicht. Ich glaube nicht.

Deshalb hier ein Aufruf an alle Eltern – denn das Gefühl, nicht gut genug zu sein, kennen nicht nur Mütter, auch Väter leiden darunter: «Ihr seid gute Eltern!»

Gerade Eltern von kleinen Kindern wissen, dass es diese speziellen Momente gibt, die von Glück nur so triefen, in denen sie es kaum fassen können, solch tollen Nachwuchs zu haben. Doch es gibt auch die anderen Momente, die in denen man sich fragt, wie man den Tag, die nächste Stunde, die Woche überstehen soll. Deshalb lassen Sie sich gesagt sein:

  • Sie sind keine schlechten Eltern, wenn Sie es nicht schaffen, dass Ihre Kinder gesundes Gemüse den Chicken Nuggets vorziehen.
  • Sie sind auch keine schlechten Eltern, wenn Sie Ihre Kinder manchmal anschreien. Schliesslich wohnen kleine Bashar El Assads und Benito Mussolinis in Ihrem Haus. Jeder andere, der so mit Ihnen reden würde, käme in den Knast!
  • Sie sind keine schlechten Eltern, wenn Sie lieber bei der Arbeit wären. Dort ist es meist ruhiger und man hört Ihnen zu. Und auf die Toilette dürfen Sie auch ganz alleine!
  • Sie sind auch keine schlechten Eltern, wenn Sie es kaum erwarten können, bis die Kinder endlich im Bett sind und die Gute-Nacht-Geschichte aus einem fadenscheinigen Grund ausfallen muss.
  • Sie sind keine schlechten Eltern, wenn Sie nicht bei jedem Schul-, Flöten-, Fussball-Event irgendeinen Job übernehmen, der Zeit frisst und für den die Kinder sich sowieso kein bisschen interessieren.
  • Sie sind keine schlechten Eltern, wenn Sie abends lieber ein Glas Wein trinken, statt das Kostüm für die Fasnacht zu nähen.
  • Und nicht zuletzt hat der gute Dr. Oetker einen Wahnsinns-Job gemacht, wieso sollte man das nicht nutzen? Auch der selbstgemachte Kuchen geht den Kids nämlich am A... vorbei.

Ich wünsche den annabelle-nominierten Müttern wirklich alles Gute und der Gewinnerin viel Spass. Aber vor allem wünsche ich mir, dass die Medien, die Gesellschaft, die Supermami-Nachbarin den Druck von uns gewöhnlichen Müttern nimmt, damit wir endlich unsere Kinder geniessen können. Und das Glas Wein, wenn sie dann mal im Bett sind. Prost!

Dienstag, 14. Mai 2013

Gegen Kindsmisshandlung



Ein Plakat kämpft gegen Kindsmisshandlung und richtet sich sowohl an Opfer, wie auch an Täter. Genial!

Kinder werden misshandelt, immer wieder, auf der ganzen Welt. Wir wünschten alle, es wäre nicht so, doch leider hat gerade die Entdeckung von drei jungen Frauen letzte Woche, die im Schnitt zehn Jahre lang an Ketten gefangen gehalten wurden, wieder einmal gezeigt, wie viele perverse, kranke Menschen es gibt. Und das nicht etwa im schlimmen Quartier der ach so bösen Grossstadt. Wir alle wissen, dass die meisten Misshandlungen um die Ecke stattfinden können. Nicht immer mit Entführungen verbunden, sondern – und das ist genauso schlimm – im eigenen Familienkreis, sozusagen vor aller Augen.

Dass ein von einem Familienmitglied oder nahen Bekannten misshandelte Kind nicht gleich zur Polizei rennt, leuchtet wohl jedem ein. Die Schwierigkeit liegt in dieser Angelegenheit eben genau darin, die Kinder zum Reden zu bringen. Schliesslich kennen die kleinen Opfer den Täter nicht nur, oft lieben sie ihn (oder sie) auch und wollen ihm (oder ihr) nicht schaden. Oder trauen sich nicht, weil ihnen gedroht wurde.

Die Kampagne der Spanischen ANAR Foundation zielt deshalb nicht nur darauf ab, auf Misshandlungen aufmerksam zu machen, um an Spenden zu kommen. Vielmehr richten sich die Plakate sowohl an den Erwachsenen als auch an das Kind. Dies tut es mit zwei verschiedenen Aussagen und Aufforderungen aus den diversen optischen Perspektiven. Genial eben!

Man wünscht sich auch bei uns mehr solche einfallsreichen Ideen, die hoffentlich auch mehr bringen. Für Meldungen von Kindsmisshandlungen in der Schweiz, findet man übrigens bei Pro Juventute alle Informationen und Adressen.

Sonntag, 12. Mai 2013

Grazie Mamma!




Einen persönlichen Dank an meine Mutter. Und an alle Mütter, die für ihre Kinder da sind, auch wenn diese schon erwachsen sind.

Ok, jetzt wissen wir es alle, heute ist Muttertag. Wie langweilig! Vor ein paar Jahren haben mein Mann und ich uns entschieden, unsere Mütter etwas weniger zu feiern, da unsere Kinder sonst zu kurz kämen, um ihre eigene Mutter (also mich) zu feiern. Klappt ganz gut und die Grossmütter haben das auch gut akzeptiert.

Doch soll ich ehrlich sein? Es fehlt etwas. Dieser Tag, an dem wir unsere Mamis feiern, bedeutet mir mehr, als mir lieb ist. Denn, wenn ich ehrlich bin, ist es überhaupt nicht so, dass ich – mit meinen bald 40 Lenzen – meine Mamma nicht mehr brauchen würde, bloss weil ich ja jetzt eine eigene Familie habe. Im Gegenteil!

Natürlich nervt mich meine Mutter manchmal. Tierisch sogar! Wenn sie mich zurechtweist, weil sie denkt, das Poulet sei nicht richtig durch und ich würde die Kinder vergiften. Oder wenn sie kritisiert, die Kleinen seien nicht warm genug angezogen für die Jahreszeit. Oder wenn sie findet, ich sei eine schlechte Hausfrau (im Ernst Mami, who cares?). Oder einfach weil sie manchmal so ist, wie sie ist.

Doch trotz allem Nervenkrieg, stelle ich immer wieder fest, dass ich meine Mutter auch als erwachsene Frau noch brauche. Mehr denn je. Was wäre ich ohne meine Mutter! All die spontanen Hütedienste, die sie in den letzten Jahren akzeptiert hat, lassen sich kaum mehr zählen. Sie ist immer, IMMER da, wenn ich sie brauche, ob es nun darum geht, mir ein Feedback zu einem Artikel zu geben oder für den Grossen ein Geschenk zu besorgen, das er zum Kindergeburtstag mitnehmen soll. Sie ist da, wenn ich wiedermal total den Mutter-Kind-Hausaufgaben-Alltags-Hauhalt-Frust schiebe. Sie kreischt mit, wenn ich mich einfach nur wahnsinnig über die neuen Schuhe freue, die ich mir gerade geleistet habe. Sie eilt herbei, wenn mein Rücken mich wiedermal plagt. Sie hört zu, wenn ich mich über die Kinder auslasse oder mein Mann mich mal nervt. Ich kann auf sie zählen, ihre Liebe zu mir war schon immer vollkommen uneingeschränkt und nie an Bedingungen gebunden. Nicht an mein Benehmen, schon gar nicht ihr gegenüber. Und nicht an meiner Liebe zu ihr. Die übrigens genauso uneingeschränkt ist.

Zum Muttertag wünsche ich mir, eine gute Mutter zu werden. So gut, wie meine Mamma eine war. Und immer noch ist. Grazie Mamma. TVB.

Montag, 6. Mai 2013

OMG! Sie ist schwanger!!



Ausser einem wachsenden Bauch und sinkender Hirnaktivität gibt es viele Hinweise darauf, dass eine Frau schwanger ist. Eine nicht wissenschaftliche Liste.

OMG! Jennifer Aniston ist vielleicht schwanger! Hui nei! Die einschlägigen Medien ereifern sich seit Tagen in Spekulationen über eine eventuelle Schwangerschaft der 44-jährigen Schauspielerin. Nach dem Brangelina-Fiasko würden wir ihr alle nichts Besseres wünschen, als endlich ein eigenes Kind mit ihrem Traummann zu haben. Oder etwa nicht?

Wie die Presse darauf gekommen ist? An einer Buch-Vernissage ihrer Yoga-Lehrerin soll sie gesagt haben, Yoga sei «wie Meditation. Es erlaubt dir, alles, was auf dich zukommt, als machbar zu erachten.» Aha. Was auf sie zukommt, scheint deshalb klar: ein Baby.

Als ich das las, musste ich daran denken, wie das bei uns war. Wir gehörten nämlich auch zu der Sorte, die das Baby nicht vor dem 3. Schwangerschaftsmonat ankündigen wollten. Das stellte sich aber als weit schwieriger heraus, als gedacht. Denn, einer schwangeren Frau sieht man das bevorstehende Ereignis nun mal an. Und ihr Benehmen verrät viel. In meinem Fall flog ich auf, weil
  • ich abends dauernd irgendwo einschlief. Ja, auch im Club bei 130 Dezibel und feucht-fröhlicher Stimmung um mich herum.
  • diese Abende vollkommen alkoholfrei von sich gingen. Was in meinem Fall wirklich mehr als nur einen erstaunte, da ich gerne ein Glas (oder zwei) mittrinke.
  • ich – wie viele Schwangere – mir offenbar dauernd an den Bauch fasste und meine Hand darauf ruhen liess, wie um ihn zu beschützen. Etwas, das sonst nur ältere Männer mit Bierbauch tun.
  • sich mein Gesicht veränderte. Es wurde glatter, meine Haut schöner. Wenigstens etwas!
  • ich furchtbar vergesslich wurde (das geht ja mit dem Stillen weiter). Ich habe mehrere Male die Haustür sperrangelweit offen stehen oder meinen Schlüssel stecken lassen.
All diese Dinge verrieten mich bei meinen beiden Schwangerschaften, was dazu führte, dass wir es nie bis zu den drei Monaten schafften. Alle wussten vorher schon Bescheid, was in einem Fall dazu führte, dass Freunde das mit einer Flasche Champagner begiessen wollten. Sehr witzig, wenn einem von morgens bis abends nur schlecht ist!
(Und man schwanger ist und eigentlich nicht trinken sollte. Eigentlich.)

Ob Jennifer Aniston jetzt schwanger ist oder nicht, wenn es so weit ist, werden wir es wohl alle merken, bevor sie es eigentlich mitteilen wollten, wetten?

Wie war das bei Ihnen? Konnten Sie Ihre Schwangerschaft lange verheimlichen? Was verriet sie an Ihre Umgebung?

Donnerstag, 2. Mai 2013

Kinder für alle?



Nicht jeder kann sich Kinder leisten. Sollten arme Menschen deshalb auch keine haben? 


Heute geht es etwas philisophischer zu. Auf dem Blog «ars libertatis», der  – wie der Autor oder die Autorin selber schreibt – «Eigenwillige Betrachtungen und Spekulationen zu Philosophie, Wirtschaft, Politik, Kultur, Gesellschaft, Religion, Technologie und unserer Zukunft» anstellt, las ich folgenden Post: 
«Sollten sich alle Menschen Kinder leisten können?»
Unter anderem kritisiert die Autorin/der Autor, dass an der Debatte um die Familieninitiative von linker Seite immer wieder behauptet werde

Unbestritten ist: Die finanzielle Situation darf in der Schweiz nicht darüber entscheiden, ob sich jemand Kinder leisten kann.1
Diese Aussage veranlasst den Blogger dazu, sich Fragen zu stellen: «Wieso ist das unbestritten? Wieso sollte man sich stets Kinder leisten können, egal in welcher finanziellen Situation man sich befindet? Sollte dies auch für andere Dinge gelten? Für Häuser vielleicht? Für Flatscreen-Full-HD-TVs? Für Motorräder? Für Hunde und Katzen? Für Auslandsferien? Für Bordellbesuche?»
Worauf ich mich frage: Kann es sein, dass sich in einem der reichsten Länder der Welt auch nur Reiche Kinder leisten können? Darf es sein, dass man Kinder monetär mit einem Motorrad, einem Haus oder gar einem Besuch im Puff vergleicht? Worfür stehen Kinder in der Schweiz eigentlich? Für Besitz? Sind Kinder für uns Schweizer zum Statussymbol geworden?
Menschen mit kleinem Budget erhalten staatliche Unterstützung, damit ihre Kinder weitgehend dieselben Startchancen erhalten wie wohlhabende. Dass diese dennoch illusorisch sind, zeigt die Realität täglich. Der Mittelstand bleibt indes auf der Strecke. Wo aber müsste die Grenze gezogen werden? Und wer entscheidet darüber? Der Staat? Wäre da nicht gerade die Partei, die weniger Staat will, dagegeben? Wenigstens hätten dann nur die Kinder, die sich eine Mami leisten können, die zu Hause bei den Kindern bleibt!
Müsste man die Grenze nicht auch bei denen ziehen, die keine pädagogischen Grundsätze befolgen, nicht bio kochen und ihre Kinder in die Krippe geben?
Die Diskussion ist eröffnet: Wer darf Kinder haben?

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