Dienstag, 3. Juni 2014

Das Schweigen der Supermütter



Es gibt nur einen Weg, die ewigen Supermütter zum Schweigen zu bringen. Warten. Bis die Kinder zehn sind. Dann interessiert es niemanden mehr, ob Sie eine Rabenmutter sind.

Sind Ihre Kinder Teenager? Gratuliere! Niemand interessiert sich mehr dafür, ob Sie eine Rabenmutter sind! Als Mutter eines 10-Jährigen kann ich mich nämlich kaum erinnern, wann ich das letzte Mal für meinen Erziehungsstil kritisiert wurde. Oder wann mir jemand gesagt hat, ich solle den Kleinen wärmer anziehen, ihm sei doch sicher kalt (ausser meine Mutter, die wird kaum je damit aufhören). 

Meine Beobachtungen haben gezeigt, dass sich der grosse Teil Supermütterkritik im Kleinkindalter abspielt. Wohl deshalb, weil Supermutti Angst hat, das Kind sterbe, wenn es mal etwas Süsses essen darf oder 5 Minuten unbeaufsichtigt im Garten spielt. Denn, wenn etwas Dummes passieren sollte, können sie ja sagen «ich hab’s ja gesagt!». 

Liebe Eltern von Babies und Kleinkindern, ihr könnt einem Leid tun. Jede(r) sagt euch, was ihr falsch macht, was ihr besser machen solltet. Aber Geduld! Denn sobald Ihr Kind ein gewisses Alter erreicht hat, gehören Sie zu dem Bund der Eltern, «die es bis hierhin geschafft haben». Anstatt einander zu veurteilen und zu kritisieren, werden Sie dann gemeinsam die Augen rollen, seufzen und sich darüber beklagen, wie anstrengend grosse Kinder sein können. 

Denn die Chancen stehen gut, dass wenn Ihr Kind frech ist und glaubt, cool zu sein, es Ihrem Gegenüber genauso geht.
Ihr Sohn ist ohne Helm Velo gefahren, obwohl das schon hundert Mal Gegenstand von lautstarken Diskussionen war? Na und? Meine Tochter pappt sich Rouge auf die Wangen, sobald ich nicht hinschaue. Ihr Kind weigert sich, den Abfall rauszutragen? Meines weiss nicht einmal, wo der Container steht! Der haarige und riechende Teenager kriegt einen Buckel, weil er nur noch auf sein Smartphone glotzt? Mein haariger und riechender Teenager simst sogar beim Abendessen! Willkommen im Club! 

Es ist, als würden wir plötzlich merken, dass wir alle im gleichen Boot sitzen und bedanken uns beim lieben Gott, dass es allen genau gleich geht. Anstatt die Nase zu rümpfen und damit zu prahlen, was wir besser machen als andere Eltern, klatschen wir gemeinsam high five. Hiermit erkläre ich die Mütterkriege für beendet. 

(Habe ich schon erwähnt, dass meine Tochter erst 5 ist? Ich werde die Supermütter-Sprüche wohl noch etwas länger ertragen müssen...)

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